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Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Der LK Geschichte besichtigt das ehemalige "Stasi-Gefängnis"

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Die Exkursion führte unseren Leistungskurs Geschichte und Frau Lehmann am 10. März 2017 in das „Stasi-Gefängnis“ in die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Im Medienzentrum angekommen sahen wir einen Film über die damalige Stasi-Zeit in der DDR. Neben der Inhaftierung vieler unschuldiger Menschen erzeugten die Szenen über die dunklen „U-Bootzellen“ einen überwältigenden Eindruck auf uns. Unter der kompetenten Führung eines Zeitzeugen besichtigten wir hinterher die gespenstig leeren Zellentrakte des Haftkomplexes. Weitaus bedrückender als die Enge der Wege zu den einzelnen Zellen waren die Erlebnisse der Insassen, von denen viele den Suizid als einzige Erlösung empfanden. Eingeprägt hat sich vor allem die Geschichte eines Häftlings, der sich aus Verzweiflung an den Gittern der Heizungsanlage mit Hilfe eines robusten Taschentuchs erhängte. Die Umpolung von Gewaltakten der Wärter auf die Sträflinge zum psychologischen Missbrauch derer, war auf ein Ziel gerichtet – die totale Unterwerfung unter das DDR Regimes.

Gefangenen wurden immer wieder dieselben Lügen eingeflößt, bis diese selbst kaum die Wahrheit von Einbildung unterscheiden konnten. Die Zellenausstattung, welche zu Beginn lediglich aus einer sich von einer Zellenwand zur anderen erstreckenden Pritsche und einem einfachen Kübel bestand, bot erst Mitte der 70er Jahre ein menschenwürdiges Mobiliar. Der mühsame Sträflingsalltag bestand darin, jeden zweiten Tag durch den Vernehmer abgefragt und manipuliert zu werden und alle zehn Minuten durch das Gucklock der Zellentür kontrolliert zu werden. Die Bekleidung bestand aus einem blauem Trainingsanzug, der nie gewaschen wurde, und einer langarmigen Unterwäsche, die aller ein bis zwei Wochen getauscht wurde.

Faszinierend gelassen führte uns der ehemalige Sträfling Herr Gurion, der wegen eines publizierten Interviews über DDR-Punks inhaftiert wurde, durch eine ergreifende Zeitreise zurück in das Jahr 1985. Im Vernehmungstrakt eingetroffen, wurde uns über die arrangierten und unglaubwürdigen Vorführungen der Häftlinge vor einen fälschlichen Richter erzählt. Nach einer erfolgreichen Foto-Session wurden wir in einen sehr interessanten Bereich des Gebäudekomplexes gebracht. Die „Tiger-Käfige“, in denen man bis zu einer halben Stunde verweilte, dienten als eine Art Ausgang unter freiem Himmel für die Inhaftierten.  

Abschließend schauten wir in dem zugehörigen Buchladen vorbei, um uns stöbernd auf die Suche nach ansprechendem Lesestoff zu begeben.

Wir verließen die durch Stacheldrähte eingezäunten Mauern der heutigen Gedenkstätte Hohenschönhausen mit gemischten Gefühlen, unter anderem mit dem Gespür dafür, was gefangen sein bedeuten mag.

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